Forschungen zur Schleiereule

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 Wieso sind eigentlich manche Eulenmänner nicht bei ihrer Familie? Wir könnten uns die Sache leicht machen und die Frage mit einem Thekenspruch erledigen: „Sind doch anderswo auch meistens nicht zu hause“. Aber unsere Fragen sind wissenschaftlich und wir wollen sie wissenschaftlich beantworten. Anfangs, also ganz bestimmt, so lange das Weibchen noch Eier legt, sind sie Tag und Nacht bei ihrem Weibchen. Es geht nicht nur darum, eventuell auftauchende Feinde abzuwehren sondern viel mehr darum, anderen Männchen jede Chance zu einem ungebetenen Besuch zu verleiden. Das ist später, wenn die Jungen geschlüpft sind, nicht mehr so unbedingt nötig. Dann bleiben die Männchen auch schon mal nachts weg. Und noch viel später, wenn die Jungen größer sind und in dem Kasten herumturnen und dann auch noch nach Futter betteln, verschaffen sich die Männchen ihre Ruhe und schlafen anderswo. Wieso sind eigentlich manche Eulenmänner nicht bei ihrer Familie? Wir könnten uns die Sache leicht machen und die Frage mit einem Thekenspruch erledigen: „Sind doch anderswo auch meistens nicht zu hause“. Aber unsere Fragen sind wissenschaftlich und wir wollen sie wissenschaftlich beantworten. Anfangs, also ganz bestimmt, so lange das Weibchen noch Eier legt, sind sie Tag und Nacht bei ihrem Weibchen. Es geht nicht nur darum, eventuell auftauchende Feinde abzuwehren sondern viel mehr darum, anderen Männchen jede Chance zu einem ungebetenen Besuch zu verleiden. Das ist später, wenn die Jungen geschlüpft sind, nicht mehr so unbedingt nötig. Dann bleiben die Männchen auch schon mal nachts weg. Und noch viel später, wenn die Jungen größer sind und in dem Kasten herumturnen und dann auch noch nach Futter betteln, verschaffen sich die Männchen ihre Ruhe und schlafen anderswo.
  
-Eulenmännchen zu fangenist also Nachtarbeit. Und je mehr Eulenpaare es gibt, umso mehr Nächte sind wir beschäftigt. Wir wollen sie alle kennen lernen. Das ist nicht einfach Sport sondern wir wollen möglichst viel über die Geschichte und das Leben der einzelne Eulen aber auch der Eulenpaare wissen. Dabei kam auch heraus, dass Schleiereulen normalerweise treue Partner sind, normalerweise. Aber gelegentlich kommt es auch anders: Paare trennen sich. (Wie war das mit dem Thekenspruch?​) Solche Ereignisse sehen wir natürlich nicht direkt, können aber Rückschlüsse ziehen. Wenn wir beide Partner eines Paares wiederfinden,​ aber nicht mehr zusammen, sind wir sicher, da war eine Scheidung. Wir haben aber auch gelegentlich gefunden, dass ein Männchen zwei Bruten gleichzeitig hatte, Bigamie also oder genauer: Bigynie. Den umgekehrten Fall, Biandrie, ein Weibchen mit zwei Männchen, haben wir noch nicht gefunden. Das aber ist wegen der strengen Rollenteilung beim Brutgeschäft auch nicht so leicht möglich. Ein Weibchen kann nicht an zwei Orten gleichzeitig brüten oder hudern. Also wäre nur die Bebrütung der Eier von beiden Männchen im gleichen Kasten möglich. Das kommt wohl nicht so oft vor, dass wir es hätten nachweisen können.+Eulenmännchen zu fangen ist also Nachtarbeit. Und je mehr Eulenpaare es gibt, umso mehr Nächte sind wir beschäftigt. Wir wollen sie alle kennen lernen. Das ist nicht einfach Sport sondern wir wollen möglichst viel über die Geschichte und das Leben der einzelne Eulen aber auch der Eulenpaare wissen. Dabei kam auch heraus, dass Schleiereulen normalerweise treue Partner sind, normalerweise. Aber gelegentlich kommt es auch anders: Paare trennen sich. (Wie war das mit dem Thekenspruch?​) Solche Ereignisse sehen wir natürlich nicht direkt, können aber Rückschlüsse ziehen. Wenn wir beide Partner eines Paares wiederfinden,​ aber nicht mehr zusammen, sind wir sicher, da war eine Scheidung. Wir haben aber auch gelegentlich gefunden, dass ein Männchen zwei Bruten gleichzeitig hatte, Bigamie also oder genauer: Bigynie. Den umgekehrten Fall, Biandrie, ein Weibchen mit zwei Männchen, haben wir noch nicht gefunden. Das aber ist wegen der strengen Rollenteilung beim Brutgeschäft auch nicht so leicht möglich. Ein Weibchen kann nicht an zwei Orten gleichzeitig brüten oder hudern. Also wäre nur die Bebrütung der Eier von beiden Männchen im gleichen Kasten möglich. Das kommt wohl nicht so oft vor, dass wir es hätten nachweisen können.
  
 Zurück zu den Eulenbruten. Wenn das jüngste Kind des Eulenpaares mindestens 10 Tage alt ist, sind seine Füße so dick, dass ein Ring nicht mehr vom Bein rutschen kann. Dann kommen wir wieder und beringen alle Eulenkinder. Zu dem Zeitpunkt müssen wir aber keine Nachtarbeit mehr machen. Das Männchen ist, wie wir jetzt wissen, dann sowieso nicht da und das Weibchen sehr oft auch nicht. Die Eulenkinder sind jetzt so groß, dass sie nicht mehr gehudert werden müssen. Ihr Körper produziert die notwendige Wärme selbst. Und fortfliegen können die Eulenkinder dann noch nicht. Zurück zu den Eulenbruten. Wenn das jüngste Kind des Eulenpaares mindestens 10 Tage alt ist, sind seine Füße so dick, dass ein Ring nicht mehr vom Bein rutschen kann. Dann kommen wir wieder und beringen alle Eulenkinder. Zu dem Zeitpunkt müssen wir aber keine Nachtarbeit mehr machen. Das Männchen ist, wie wir jetzt wissen, dann sowieso nicht da und das Weibchen sehr oft auch nicht. Die Eulenkinder sind jetzt so groß, dass sie nicht mehr gehudert werden müssen. Ihr Körper produziert die notwendige Wärme selbst. Und fortfliegen können die Eulenkinder dann noch nicht.
Zuletzt geändert:: 2018/10/25 10:46
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